Gaßner siegt in Baden-Württemberg

Hermann Gaßner und Co-Pilotin Karin Thannhäuser (Surheim / Teisendorf)
dominierten im Mitsubishi Lancer Evo X die Premiere der ADAC Rallye
Masters auf der schwäbischen Alb. Bei teilweise strömendem Dauerregen gewann der vierfache deutsche Meister und ADAC Rallye Meister von 2006 alle zehn Wertungsprüfungen der ADAC Rallye Baden-Württemberg (23.-24.7.2010). Auf Platz zwei liefen die Vorjahressieger Rainer
Noller / Uwe Walz Abstatt / Untergruppenbach) ein. Das Podium in Laichingen
wurde komplettiert durch das slowenische Damenteam Asja Zupanc / Tadja
Turk in einem weiteren Mitsubishi Lancer. Die Hanseaten Nils Heitmann /
Daniel Hammerich verteidigten im VW Polo mit 100 Punkten die Führung in
der Zwischenwertung der ADAC Rallye Masters 2010, obwohl sie nach einem
technischen Defekt aufgeben mussten. Nach sechs der sieben Vorläufe
rückt die Spitze jedoch enger zusammen. Platz zwei belegt nun der
Stuttgarter Thomas Wallenwein im Subaru Impreza Autogas (93 Punkte) vor
den Nordhessen Björn Mohr / Oliver Becker (90), die im Opel Astra GTC
auch die Wertung zu den HJS Diesel Masters gewannen.

„Wir hatten hier viel Spaß und der erste Gesamtsieg in diesem Jahr, das
tut richtig gut“, strahlte Hermann Gaßner auf der Zielrampe in
Laichingen. Nach diesem Erfolg baute er mit Co-Pilotin Karin
Thannhäuser
die Führung im Mitropa Rally Cup, der Europameisterschaft für
Privatiers, weiter aus. Die 28-jährige Slowenin Asia Zupanc fuhr in
einem weiteren Mitsubishi Lancer aus der Rallyeschmiede des Surheimers
auf den dritten Gesamtrang. Sie baute damit auch ihren zweiten Platz im
Mitropa-Cup hinter ihrem Teamchef aus, „ich hätte nicht gedacht, dass
ich bei der starken Konkurrenz und den schwierigen Bedingungen so weit
nach vorne fahren kann.“ Eigentlich wollten Rainer Noller / Uwe Walz
den
dritten Gesamtsieg in Folge in Baden Württemberg einfahren. Doch
Hermann
Gaßner verhinderte den Hattrick. „Hinter Hermann (Gaßner) Zweiter zu
werden ist ok, nur der Abstand ist mit über zwei Minuten zu groß. Doch
wir haben das Problem mit einem defekten Turbolader lokalisiert, “
erklärte Noller. Die Lokalmatadoren Markus Fahrner / Sebastian Glatzel
(Winnenden / Affalterbach) schafften im bildhübschen Opel Kadett C
Coupé eine kleine Sensation. Vor vielen wesentlich stärkeren Fahrzeugen
fuhren sie bei den schwierigen Bedingungen als bestes Team ohne Allradantrieb
auf den fünften! Gesamtrang. „Besser geht nicht“, schmunzelte Fahrner
im Ziel, „dabei waren unsere Regenreifen schon 14 Jahre alt …“

Mehr Leid als Freud hatten die Masters-Teilnehmer im schwäbischen
‚Ländle’. Der Stuttgarter Thomas Wallenwein hatte sich bei seinem
Heimspiel viel vorgenommen. Nach einem Defekt musste am Subaru Impreza
Autogas die Hinterachse gewechselt werden, das dauerte länger als die
erlaubte Zeit und ‚kostete’ eine zusätzliche Strafminute und damit
wichtige Punkte aus der Gesamtwertung. Nils Heitmann musste sich im VW
Polo diesmal zwar erstmals hinter Junior-Cup-Leader Thomas Bareuther im
Suzuki Swift einreihen, hätte dennoch sein Punktekonto deutlich
ausbauen können. Ein Defekt an der Aufhängung bedeutete das vorzeitige Aus, die
Tabellenführung konnte der Hamburger jedoch verteidigen. „Das wird noch
richtig spannend, die Spitze ist jetzt ganz eng zusammen, uns steht ein
heißer Herbst bevor – aber so soll es ja auch sein“, so Heitmann. Auch
der amtierende ADAC Rallye Meister Carsten Alexy musste seine
Ambitionen, die Masters-Führung zu übernehmen vorerst aufgeben. Zuerst
bremste ein abgefallener Ladedruckstecker den Audi S2 Quattro ein, dann
zwang der Komplettausfall der Bordelektrik zur Aufgabe.

Als Vorauswagen mit der Startnummer ‚0’ waren auf der Alb die
amtierenden deutschen Rallye-Meister unterwegs. Hermann Gaßner Junior,
der 21-jährige Sohn des Gesamtsiegers, und Kathi Wüstenhagen machten
für den Veranstalter einen letzten Check zur Sicherheit der Teilnehmer und
Fans. Der von der ADAC Stiftung Sport geförderte Youngster nutzte
diesen Einsatz aber auch zur Vorbereitung auf seinen nächsten Start in der
Rallye Weltmeisterschaft bei der ADAC Rallye Deutschland (19.-22.8.2010) rund um Trier.

ADAC Rallye Junior Cup

Im ADAC Rallye Junior Cup baute Thomas Bareuther aus Marktredwitz im
Suzuki Swift seine Führung nach der ADAC Rallye Baden-Württemberg
weiter aus. Der 19-jährige Nordbayer war erstmals mit neuen Reifen unterwegs
und konnte in der Division 6 den bisherigen Leader Nils Heitmann hinter
sich halten. „Ich mag den Regen und die schwierigen Bedingungen auf den
Prüfungen, und die neuen Regenreifen waren einfach großartig“, strahlte
Bareuther und fügte hinzu, „im Junior Cup vorne zu liegen ist einfach
ein genial gutes Gefühl.“ Einen Wechsel gab es bei den Verfolgern. Nach
einem technischen Defekt am Subaru Impreza Diesel musste der 23-jährige
Johannes Fürst (Tiefenbach) aufgeben und verlor Rang zwei der
Junior-Wertung. Den übernahm jetzt sein HJS- Kollege Thomas Robel
(Laubusch) im VW Golf, der in den Diesel Masters Rang vier belegte,
„für mich war es heute zu nass, mehr war nicht drin.“ Die Hamburgerin Antje
Wierwille–Partisch festigte im Suzuki Swift ihren vierten Platz bei
den ADAC-Youngstern, „das Differential am Swift war defekt, deshalb war
heute mehr als der sechste Platz in unserer Division nicht möglich.“

Der nächste Lauf zu den ADAC Rallye Masters und dem ADAC Rallye Junior
Cup findet nach der Sommerpause vom 10. bis 11.09.2010 bei der ADAC
Ostsee Rallye rund um das Ferienzentrum Weissenhäuser Strand statt.

ADAC Rallye Masters 2010

Zwischenstand nach 6 von 7 Vorläufen

1       Heitmann / Hammerich    VW Polo GTI     6       100
2       Wallenwein, Thomas      Subaru WRX STI Gas      4       93
3       Mohr / Becker   Opel Astra GTC  7       90
4       Behrens / Schnelle      Renault Clio 2  3       88
5       Alexy, Carsten  Audi S2 quattro 1       83
6       Bareuther, Thomas       Suzuki Swift Sport      6       79
7       Robel / Wichura VW Golf V TDI   7       65
8       Fürst, Johannes Subaru Impreza Diesel/VW Golf   3 + 7   60
8       Osterhaus, Klaus        Mitsubishi Lancer Evo 9 4       60
10      Schewe, Heinz-Walter    Porsche 911 GT 3        2       54

ADAC Rallye Junior Cup 2010

Zwischenstand nach 6 von 7 Vorläufen

1       Bareuther, Thomas       Suzuki Swift Sport      6       79
2       Robel, Thomas   VW Golf V       7       65
3       Fürst, Johannes Subaru Impreza Diesel/VW Golf   3 + 7   60
4       Wierwille-Partisch, Antje       Suzuki Swift Sport      6       32
5       Riedemann, Christian    Ford Fiesta R2  5       25

ADAC Rallye Baden-Württemberg (23. – 24.07.2010)
Endstand nach 10 Wertungsprüfungen (114,1 Kilometern)

Gesamtwertung

1.      Hermann Gaßner / Karin Thannhäuser (Surheim / Teisendorf),
Mitsubishi Lancer, Div. 4       1:05:06,4 Stunden.
2.      Rainer Noller / Uwe Walz (Abstatt / Untergruppenbach),
Mitsubishi Lancer, Div. 4       + 2:10,7  Minuten
3.      Asia Zupanc / Tajda Turk (SLO-Ljubljana / SLO-Idrija)),
Mitsubishi Lancer, Div. 4       + 2:32,1 Minuten
4.      Jiri Tosovsky / Josef Kral (CZ-Katusice / CZ-Lieberec)
Mitsubishi Lancer, Div. 4       + 3:09,5 Minuten.
5.      Markus Fahrner / Sebastian Glatzel (Winnenden / Affalterbach),
Opel Kadett C, Div. 3   + 3:21,1 Minuten.
6.      Wolfgang Günther / Susanne Heiler-Kling (Thamm / Waghäusel),
Subaru Impreza STI, Div. 4      + 3:26,7 Minuten.
7.      Jan Slehofer /Zbynek Sobehart (CZ-Kdyni),
Fiat Punto S1600, Div. 3        + 3:56,9 Minuten.
8.      Fritz Köhler / Petra Hägele (Öhringen),
BMW M3, Div. 2  + 3:59,0 Minuten.
9.      Thomas Wallenwein / Fred Winklhofer (Stuttgart / Pocking),
Subaru Impreza Gas, Div. 4      + 4:33,9 Minuten.
10.     Ludwig Holnburger / Mike Bonhage (Stephanskirchen / Nussdorf),
Mitsubishi Lancer, Div. 4       + 5:32,8 Minuten.

Hier finden Sie die Bilder der ADAC Rallye Baden-Württemberg 2010