Youngster Wallenwein gewinnt ADAC Saarland-Rallye
Matthias Kahle sichert sich seinen 7. Deutschen Meistertitel
Nach 145 Kilometern auf Bestzeit gefahren erzielte der 23-jährige Youngster Mark Wallenwein (Stuttgart) mit seinem Co-Pilot Stefan Kopczyk (Heilbronn) seinen 1. Sieg in der Deutschen Rallye Meisterschaft. Er sicherte sich am Samstagabend (4.9.2010) beim Finale der 40. Auflage der ADAC Saarland-Rallye im Skoda Fabia S2000 den Gesamtsieg. Mit einem Vorsprung von 29 Sekunden verwies er seine Teamkollegen Matthias Kahle und Peter Göbel (Köln / Korb) auf den 2. Platz. Das genügte Matthias Kahle, den 7. Deutschen Meistertitel Perfekt zu machen. Auf Platz 3 kam Sandro Wallenwein / Marcus Poschner (Stuttgart / Laubach) mit ihrem Subaru Impreza ins Ziel.
Überglücklich zeigte sich der 23-jährige Gesamtsieger im Ziel: „Seit ich in der Deutschen Rallye Meisterschaft (DRM) fahre träume ich davon, einmal gewinnen zu dürfen. Umso mehr freut es mich, dass es jetzt endlich geklappt hat: Der Deutsche Meister Matthias Kahle auf Platz zwei. Mein Bruder Sandro auf Platz drei. Und der Richtige ganz oben“, freut sich Mark Wallenwein bei der Showsiegerehrung am Rundkurs in Dillingen. Mark Wallenwein hatte bereits am Freitag die Führung bei der ADAC Saarland-Rallye übernommen und sie souverän bis ins Ziel verteidigt. „Wir sind einfach eine ganz saubere Linie gefahren. Wir kamen uns zwar manchmal sehr langsam vor – aber die Zeiten haben ja immer gepasst“, erklärte Wallenwein. Groß war auch die Freude bei Matthias Kahle, der gemeinsam mit seinem Co-Piloten Peter Göbel seinen 7. Meistertitel feierte. Vorausgegangen war am 1. Tag ein kleines Duell mit Olaf Dobberkau. Nachdem am Samstag allerdings die Schotterprüfungen kamen, spielte Matthias Kahle geschickt die Vorteile seines allradgetriebenen Skoda aus und sicherte sich früh den 2. Platz vor Sandro Wallenwein. „Gleich in der ersten Saison mit dem neuen Auto Deutscher Meister zu werden ist schon richtig toll. Nach dem Ausfall bei der Hessen-Rallye habe ich zwar nicht mehr so richtig daran geglaubt, aber das ist eben Rallye-Sport. Dieses Ergebnis ist extrem wichtig für mich, aber auch für die Zukunft von Skoda im Rallyesport“, erklärte Matthias Kahle im Ziel. Unterstützt wurde diese Aussage auch von Nicolaus Reichert, Pressechef von Skoda Auto Deutschland: „Wir freuen uns sehr über den Titel von Matthias und Peter, aber mindestens genauso über den Gesamtsieg unserer beiden Youngster. Natürlich ist das für uns ein Traumergebnis.“ Bestmarken setzten die beiden Skoda-Piloten auch in der Verteilung der Bestzeiten auf den 63 Wertungsprüfungen der DRM-Saison 2010: 20 Mal sicherte sich Matthias Kahle und 17 Mal Mark Wallenwein die Bestzeit.
Hinter Matthias Kahle kam der Subaru-Pilot Sandro Wallenwein auf dem 3. Gesamtrang ins Ziel. Er begann am Freitag auf Platz 4 und schob sich nach der Schotterprüfung am Samstag auch an Olaf Dobberkau im Porsche 911 GT3 vorbei. Damit schaffte er es, bereits zum dritten Mal hintereinander den Vizetitel in der DRM zu erreichen. „Irgendwie ist dieser Titel diesmal besonders schön, da ich gleichzeitig auch das beste Gruppe-N-Auto in der DRM bin“, betonte der 36-jährige Schwabe.
Herbold erfüllt sein Ziel des Divisionssieges
Einen spannenden Fight erlebten die Zuschauer auch im Kampf um den Sieg in der Division 2. Carsten Mohe und Katrin Becker (Crottendorf / Schlitz) mussten auf jeden Fall 3 Plätze vor Felix Herbold und Kevin Zemanik (Ismaning / Plauen) ins Ziel kommen, um den Divisionssieg zu schaffen. Zwar sicherten sie sich mit dem 5. Gesamtrang den Sieg in ihrer Division, jedoch befand sich zwischen ihnen und Felix Herbold nur noch Kris Prinzen aus Belgien. Somit gewann der 25-jährige Student aus Ismaning die Division2: „Wir sind genau da, wo wir hin wollten. Es war von Anfang an unser Ziel, die Division zu gewinnen – obwohl wir wussten, dass das gegen Routiniers wie Carsten Mohe nicht einfach ist. Es ist irgendwie wie ein Traum, dass es in diesem spannenden Finale noch geklappt hat“, strahlte Felix Herbold. Mit drei Divisionssiegen in Folge vor der ADAC Saarland-Rallye schoben sich Carsten Mohe / Katrin Becker im Renault Clio R3 bis auf wenige Punkte an Herbold heran, konnten ihn aber nicht mehr einholen: Die verlorenen Punkte beim Auftakt bei den Wikingern und die Nullrunde in Hessen ließen nicht mehr als den zweiten Divisionsrang für den sächsischen Routinier zu.
Mysliwietz wird schnellster Saarländer und erntet Rang 3 in der DRM
Lokalmatador Lars Mysliwietz war der einzige, der das DRM-Finale ruhig angehen konnte. Mit Beifahrer Oliver Schumacher hatte er den Divisionstitel in der Division 3 schon vorher sicher. Zu einem guten DRM-Abschluss gehörte für die Vize-Meister von 2007 jedoch ein Platz unter den Top-Drei der Meisterschaftswertung. „Wir hatten damit gerechnet, dass sich Sandro noch an uns vorbeischiebt und den Vizemeistertitel gewinnt, denn er ist im Saarland immer für eine Top-Platzierung gut. Ich finde es toll, dass man in der DRM die Chance hat, auch mit einem ‚kleinen’ Auto durch konstante Leistungen so weit nach vorne zu fahren. Das macht die Serie für die Teams mit kleineren Fahrzeugen sehr attraktiv“, beschreibt Mysliwietz, der seine Division beherrschte und mit drei souveränen Siegen in die Saison startete. Nur zwei Mal mussten er sich mit Platz 2 begnügen: In der Eifel hinderte ihn Ex-Europameister Bruno Thiry, beim Finale im Saarland der belgische Junior-WM-Shootingstar Thierry Neuville am Divisionssieg.
Hinter Thierry Neuville und Lars Mysliwietz kam bei der ADAC Saarland-Rallye Uwe Gropp aus Wiebelskirchen als Dritter ins Ziel, der sich damit auch den Sieg in der Euro Rallye Trophee sicherte.
Schnellster Luxemburger wurde Ralph Schroder auf seinem Nissan Almera GTI. Er schaffte es auf den 19. Gesamtrang.
Zufriedene Zuschauer
Weit über 10.000 Besucher verfolgten an den 3 Rallyetagen das Geschehen rund um die Städte Dillingen, Merzig und Lebach sowie an den Wertungsprüfungen in den Gemeinden Losheim, Rehlingen-Siersburg, Perl und Mettlach. „Wir hatten ein spannendes Finale in der DRM und sind froh, dass es keine größeren Zwischenfälle gab“, resümierte Rallyeleiter Thomas Krisam. Auch Organisationsleiter Karl-Heinz Finkler zeigte sich mehr als zufrieden: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass unser zuschauerfreundliches Konzept von den Besuchern sehr gut angenommen wird. Ich möchte mich nochmals bei allen Städten und Gemeinden sowie all unseren ehrenamtlichen Helfern bedanken, ohne die die ADAC Saarland-Rallye gar nicht möglich wäre.“





