Team-Info: Falsch gepokert – trotzdem Podium erreicht

Mit gemischten Gefühlen reisten wir freitagfrüh nach Eisenach zur 52. ADAC Wartburg Rallye, da wir den Grund für unseren Ausfall bei der Thüringen Rallye bis dato noch nicht gefunden hatten.

Nach dem Besichtigen zwischen 12:00 und 18:00 Uhr verzichteten wir auf die Teilnahme beim Shakedown, um uns noch etwas zu schonen. Jasmin war noch angeschlagen und ich war vor der Rallye zwei Tage mit Grippe im Bett. Nicht gerade optimale Voraussetzungen für die Teilnahme an einer Rallye, aber wer uns kennt weiß das wir auf einen Start nicht verzichten können, wenn uns nicht gerade ein Bein fehlt… :)

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Hinzugefügt: 09.08.11

Der Show-Start Freitagabend ab 21 Uhr auf dem Marktplatz von Eisenach fand bei den zahlreichen Zuschauern regen Zuspruch, da alle Fans ganz ohne Absperrungen nah an die Fahrzeuge und Fahrer ran durften. Doch bei den Teams war die Laune ziemlich down, da das Anstehen für die Präsentation auf der Startrampe sich ewig hingezogen hat. Moderator Alfred Gorny ist halt nun mal ein Rallye-Lexikon auf zwei Beinen, da kann so ein Abend schon mal lang werden.

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Samstagfrüh ging es dann nochmals bis Mittag zum Besichtigen der 16 Wertungsprüfungen über 126 WP-Kilometer durch die Wälder.

Um 15:58 starteten wir dann bei trockenem Wetter mit Semi-Slicks in die Rallye.

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WP 1 „Krauthausen“ – naja man merkte die Grippe noch – fanden wir auf den ersten Kilometern keinen guten Rhythmus. In einer engen Rechtskurve bergauf über eine Kuppe und Kreuzung haben wir uns etwas zu weit heraus treiben lassen und beim Besichtigen der WP übersehen, dass die Straßen über die Kreuzung leicht versetzt sind, sodass wir noch knapp vor einer Leitplanke zum Stehen kamen. Und schon waren wir hell wach. :)

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WP 2 „Schönberg“ und WP 3 „Heldrastein“ hingegen liefen problemlos.

Mit WP4 „Deubachshof“ stand der einzige Rundkurs auf dem Programm. Vor zahlreichen Zuschauern ging es 3 Runden durch ein Industriegebiet mit engen Straßen und hohen Bordsteinkanten. In einer Linkskurve rutschte uns der Civic ein paar Zentimeter zu weit über die Vorderachse und schon trafen wir vorne rechts mit der Felge einen Bordstein. Die Felge ist dabei angebrochen, aber zum Glück ist der Felgensteg nicht ganz herausgebrochen, sodass wir keinen Plattfuß hatten. Doch in der zweiten Runde war dann plötzlich wieder der Antrieb weg und kurzzeitig wieder da und wieder weg. Das gleiche Problem wie bei der Thüringen Rallye. Dieses Mal haben wir uns aber noch durch den Rundkurs gequält und dabei viel Zeit verloren. Kurz nach dem Ziel war der Antrieb wieder wie gewohnt vorhanden. Ein Rätsel…

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Beim darauffolgenden Service ging der Reifenpoker los. Wird es Regnen oder nicht… Wir setzen weiterhin auf Semi-Slicks und wechselten nicht auf Regenreifen.

WP 5 „Krauthausen 2“ war dann noch komplett trocken und lief ganz gut.

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Nun standen wir am Start von WP 6 „Schönberg“ (10,8 km) und der erste Wolkenbruch kam runter. Na gut, dann mal los, die ersten Meter mit unserem Civic auf Regen und dann noch mit Semi-Slicks. Nachdem wir weder Gripp in den Kurven noch Traktion beim Beschleunigen fanden, sind wir die WP ohne ein Risiko einzugehen zu Ende gefahren. Auf den welligen Passagen war es ein Fahren wie auf rohen Eiern. WP7 „Heldrastein“ zeigte sich von der gleichen Seite wie WP6.

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Auf der letzten WP8 „Deubachshof“ war im engen Industriegebiet auf Regen Millimeterarbeit gefragt. In Runde zwei begann es dann stärker zu regnen. Daraufhin sind wir nach einer langen Geraden beim Anbremsen auf eine Rechtskurve aufgeschwommen. Der Bremsweg ging uns aus und hätte mit einem heftigen Einschlag in den Strohballen geendet. Mit ca. 120 km/h haben wir den Civic auf regennasser Fahrbahn mit der Handbremse gedreht und dadurch genug Geschwindigkeit abgebaut und einen Einschlag verhindert. Dennoch kostete dies wertvolle Sekunden.

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Nach acht WPs stellten wir unseren Civic mit Platz 4 von 12 Teilnehmern in der Klasse im Parc Fermé ab.

Die 2. Etappe begann Sonntagfrüh für uns um 08:58 Uhr. Es sah stark nach Regen aus, sodass wir im Service noch auf Regenreifen wechselten.

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WP9 „Weißendietz“ war aber nur noch leicht feucht, sodass wir mit unseren Regenreifen richtig zu kämpfen hatten. Der Reifen walkte nur noch in den Kurven und rutschte bei jedem Anbremsen unkontrolliert weg. Nun hofften wir auf erneute Regenschauer, um unseren Regenreifen nutzen zu können. Als WP10 „Waldhaus“ über 10 Kilometer stand die, laut Rallye-Magazin, anspruchsvollste Asphalt-Prüfung Deutschlands auf dem Programm. Die WP verläuft fast ausschließlich durch Waldpassagen, dennoch war der Asphalt schon zu trocken für Regenreifen. Wir verloren erneut viel Zeit. Ebenso auf WP11 „Glasbach“ und WP12 „Hohe Sonne“.

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Beim nachfolgenden Service wechselten wir dann wieder auf Semi-Slicks, da eher kein Regen mehr zu erwarten war. Das war die einzig richtige Entscheidung am Wochenende, aber leider zu spät. Nach vorne konnten wir nichts mehr aufholen, sodass wir uns mit Platz 3 in der Klasse abfinden mussten. WP 14 „Waldhaus 2“ machte dann mit den richtigen Reifen so viel Spaß, dass gleich noch eine Klassenbestzeit heraus kam.

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Nach 16 Wertungsprüfungen belegten wir dann Platz 3 in der Klasse mit 12 Teilnehmern. Wäre das Pokerspiel um die richtige Reifenwahl aufgegangen, die Aussetzer im Antrieb und die Grippe nicht gewesen, dann wäre es sicherlich noch weiter nach vorne gegangen.

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Dennoch sind wir zufrieden, dass wir unseren Civic bei schweren Bedingungen auf Regen ohne Knitterfalten nach Hause gebracht haben und somit die Reise zum WM-Lauf nach Trier beginnen kann.

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Danke an Alexi unseren Lackierer, der seine erste Rallye erlebten durfte und Papa im Service tatkräftig unterstützte.

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Weitere Informationen: www.timo-weigert.de